Heft 9/2026 (aktuelle Ausgabe)
Inhalt des Rpfleger-Hefts 9/2026
Abhandlungen
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Kögel, Steffen:
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Das Stammkapital der GmbH bei der Kaskadengründung – ein Wanderpokal?Das Stammkapital der GmbH bei der Kaskadengründung – ein Wanderpokal? | 505 |
Nach der Konzeption des GmbH-Gesetzes ist die Aufbringung eines Haftungsfonds in Höhe des Stammkapitals zum Schutz von Gläubigern und im Interesse des Bestands des Unternehmens der Einsatz, den die Gesellschafter erbringen müssen, um das Privileg der Haftungsbeschränkung zu erhalten. Der entsprechende Betrag ist prägendes Merkmal der GmbH als Kapitalgesellschaft. Damit soll gleichzeitig eine gewisse Seriositätsschwelle für die GmbH als Rechtsform begründet werden. Der Gesellschaft muss deshalb Vermögen mindestens in Höhe ihrer Stammkapitals tatsächlich zufließen. Gelegentlich widerspricht dieser Grundgedanke der Interessenlage der Beteiligten. Das führt immer wieder zu dem offensichtlich naheliegenden Versuch, mit nur einer Kapitalausstattung mehrere, voneinander abhängige oder miteinander verflochtene Unternehmen im Wege einer sogenannten Kaskadengründung in die Welt zu setzen. Die wohl h. M. tut sich mit der Bewertung der Zulässigkeit dieser Vorgehensweise schwer, findet aber letztlich nichts daran auszusetzen. Im Folgenden wird auf die Rechtslage ein kritischer Blick geworfen. |
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Harm, Uwe:
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Die gerichtliche Ausnahmegenehmigung nach § 30 Abs. 3 BtOG | 509 |
Der Beitrag befasst sich mit dem Berufsrecht beruflich tätiger Betreuer. Für rechtliche Betreuer enthält das BtOG berufsrechtliche Regelungen. Für Berufsbetreuer gelten einige besondere Bestimmungen, die auch Teil einer Berufsethik sind. Für die Registrierung von beruflich tätigen Betreuern sind teilweise strenge Voraussetzungen normiert und Verhaltensregeln, die im Falle eines Verstoßes auch den Widerruf der Registrierung nach sich ziehen können. Im § 30 BtOG ist den Berufsbetreuern untersagt, Geld oder geldwerte Leistungen anzunehmen. Das gilt auch für Zuwendungen im Rahmen einer Verfügung von Todes wegen. Absatz 3 dieser Vorschrift lässt auf Antrag Ausnahmen zu, die vom Betreuungsgericht zu entscheiden sind. Fragen der Zuständigkeiten, der Voraussetzungen und des Verfahrens sind in dieser Norm nicht geregelt. Das soll im Folgenden geklärt werden. |
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Christl, Gerhard:
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Grenzen der Zurechnung von Anwaltsfehlern entspr. § 85 Abs. 2 ZPO imVerfahren der Prozess-/Verfahrenskostenhilfe | 511 |
Im Verfahren der Prozess-/Verfahrenskostenhilfe (PKH/VKH) ist dem Antragsteller ein Verschulden seines Anwalts nach h. M. entspr. § 85 Abs. 2 ZPO wie eigenes Verschulden zuzurechnen. Die Argumente der Gegenansicht sind zu diskutieren (zu A.). Anwaltsfehler können zur Versagung der PKH/VKH oder zu einer unangemessenen Zahlungsverpflichtung nach § 115 ZPO führen. Fehlende oder falsche Angaben können sich auch nach Bewilligung der PKH/VKH nachteilig auswirken durch deren Abänderung oder Aufhebung. Der beigeordnete Anwalt ist auch an der Überprüfung nach §§ 120a, 124 ZPO verantwortlich zu beteiligen. Sein Verschulden ist aber bei einer Sanktion nicht entspr. § 85 Abs. 2 ZPO dem Antragsteller zuzurechnen (zu B.). In atypischen, nicht gravierenden Verschuldensfällen kann nach pflichtgemäßem Ermessen von einer Aufhebung der PKH/VKH abgesehen werden (zu C.). Fazit: Fehler des Anwalts können im PKH-/VKH-Verfahren erhebliche Nachteile für den Antragsteller begründen. Bei Verschulden seines Anwalts kann der Antragsteller Beiordnung eines anderen Anwalts mit der Vergütungsbegrenzung nach § 54 RVG beantragen. Im Übrigen bleibt ihm nur der „dornige“ Regressweg. Möglich ist ihm auch nach Aufhebung der PKH/VKH ein neuer Antrag auf Bewilligung für das weitere Verfahren (zu D.). |
Gerichtsentscheidungen
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Sachen- und Grundbuchrecht
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519 | |
OLG München – 21. 5.2026 – 34 Wx 71/26 e – Testamentsvollstrecker, gerichtliche Genehmigung – 519 OLG Düsseldorf – 20. 5.2026 – I-3 W 185/25 – Voraussetzungen der Eintragung eines Amtswiderspruchs, Klärung der Eigentumsverhältnisse – 521 OLG Schleswig – 19. 5.2026 – 2x W 68/25 – Löschung einer Rückauflassungsvormerkung, Tod des Berechtigten – 524 OLG Brandenburg – 11. 5.2026 – 5 W 36/26 – Anforderungen an einen Unrichtigkeitsnachweis – 526 OLG Brandenburg – 6. 5.2026 – 5 W 30/26 – Bewilligung, beglaubigte Abschrift (m. Anm. Böhringer) – 526 OLG Celle – 28. 4.2026 – 20 W 22/26 – Rechtsgeschäftliche Übertragung von unbestätigten Salzabbaugerechtigkeiten – 528 |
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Familien-, Betreuungs- und Vormundschaftsrecht
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530 | |
BGH – 15. 4.2026 – XII ZB 521/25 – Beruflicher Ergänzungspfleger, Entstehen einer Einigungsgebühr – 530 BGH – 15. 4.2026 – XII ZB 457/25 – Verfahrenspflegerbestellung, Anhörung im Beschwerdeverfahren – 531 BGH – 26. 3.2026 – V ZB 13/25 – Genehmigungszuständigkeit, Grundstücksgeschäft (m. Anm. Böhringer) – 533 BGH – 29. 4.2026 – XII ZB 60/26 – Unterbringung, natürlicher Wille (LS.) – 535 BGH – 22. 4.2026 – XII ZB 218/25 – Rückforderungsansprüche, Kontrollbetreuung (LS.) – 535 OVG Münster – 18. 5.2026 – 19 B 509/26 – Entscheidungs- und Vertretungsbefugnis einer Pflegeperson – 535 LG Berlin II – 23. 4.2026 – 87 T 208/25 – Berufsbetreuervergütung, monatliche Pauschale, maßgebliche Wohnform – 536 |
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Erb- und Nachlassrecht
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539 | |
BGH – 13. 5.2026 – IV ZB 26/25 – Zuständigkeit des Rechtspflegers bei Zweifeln an der Wirksamkeit, Testament – 539 BGH – 13. 5.2026 – IV ZB 7/25 – Vorzeitiges Entfallen des gesetzlichen Ehegattenerbrechts – 543 BGH – 1. 4.2026 – XII ZB 647/24 – Genehmigung des Scheidungsantrags, Betreuung, vorzeitiges Entfallen des gesetzlichen Ehegattenerbrechts – 545 OLG Karlsruhe – 1. 6.2026 – 14 W 59/25 (Wx) – Auswahl des Nachlasspflegers, Beschwerderecht des Nachlassgläubigers – 547 OLG München – 19. 5.2026 – 33 Wx 202/25 – Anforderung an eine formgültige Unterschrift – 547 OLG München – 22. 4.2026 – 33 Wx 169/25 e – Gesamtverfügungswille, Auslegung, gewillkürte oder gesetzliche Erbfolge – 549 OLG Hamm – 26. 9.2025 – 10 W 95/25 – Rechtspflegerzuständigkeit, Erbschein, Einziehung – 551 |
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Handels-, Gesellschafts- und Registerrecht
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552 | |
BGH – 5. 5.2026 – II ZR 2/25 – Ladung einer Gesellschaft zur Gesellschaftsversammlung, Vertretungsmacht (LS.) – 552 KG – 28. 4.2026 – 22 W 7/26 – Kennzeichnungs- und Unterscheidungskraft – 553 KG – 2. 3.2026 – 22 W 49/25 – Zwischenverfügung, Beginn der Beschwerdefrist, Unterscheidungsgebot – 554 |
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Zwangsversteigerung und Zwangsverwaltung
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555 | |
BGH – 7. 5.2026 – V ZB 16/25 – Grundstück eines ausländischen Staates, Vollstreckungsimmunität – 555 BGH – 23. 4.2026 – V ZB 47/25 – Beteiligtenstellung im Zwangsversteigerungsverfahren – 557 BGH – 16. 4.2026 – V ZB 31/26 – Einstweilige Einstellung des Verfahrens, Akteneinsicht – 559 OLG Köln – 18. 5.2026 – 7 VA 11/26 – Akteneinsicht, Terminvereinbarung – 560 LG Hagen – 20. 5.2026 – 3 T 76/25 – Elektronische Akteneinsicht – 561 AG München – 12. 5.2026 – 1514 K 8/26 – Aufhebung der Teilungsversteigerung (m. Anm. Hintzen) – 562 |
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Insolvenzrecht
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564 | |
BGH – 23. 4.2026 – IX ZB 36/25 – Verfahrenskostenrückstellung, Wohlverhaltensperiode – 564 |
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Straf-, Strafverfahrens- und Strafvollstreckungsrecht
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566 | |
LG Aachen – 11. 3.2026 – 52 Ks 401 Js – Berufsbetreuer, lebenslanges Berufsverbot (LS.) 384/25 – 22/25 – 566 |
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Kostenrecht
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566 | |
OLG Brandenburg – 5. 5.2026 – 6 W 108/25 – Auslegungsmaßstab – 566 |
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Gesetzgebungsreport
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Schrifttumshinweise
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